Brief an das Familienministerium einer verzweifelten Mutter

Heute hat uns die E-Mail einer Mutter erreicht, die sich an das Familienministerium wendet. Mit ihrem Einverständnis veröffentlichen wir sie hier anonymisiert:

 

Sehr geehrter Herr Stamp,
Mein Name ist xxxxxxx, Mutter von 2 Kindern, berufstätig und Elternvertreterin einer U3 Gruppe eines Familienzentrums in Oberhausen.
Für mich und viele andere Eltern waren die neusten Informationen zum Fahrpland er Öffnung der Kinderbetreuung absolut ernüchternd. Das Gefühl überwiegt, dass Alles geöffnet wird, nur die Kindergärten und Schulen nicht.
Die Aussage die im Raum steht, dass erst ab September ein eingeschränkter Regelbetrieb stattfinden soll, ist für die berufstätigen Eltern eine Katastrophe.
Hier kann ich nur für uns persönlich sprechen, aber davon abgesehen, dass die Kinder so zu kurz kommen ist für uns ist die gegenwärtige Betreuungssituation auch nicht mehr viel länger tragbar: Wir arbeiten beide, im Moment im Homeoffice aber bei voller Arbeitszeit. Die Kinderbetreuung decken wir im Moment noch durch Urlaub und mit der Hilfe von Schwager und Schwägerin ab, deren Kinder aber mittlerweile Anspruch auf Notbetreuung haben. Das geht bis zu den Sommerferien noch irgendwie. Danach stehen wir dann allerdings ohne Betreuung und ohne weitere Urlaubstage da.

Ich denke so geht es vielen. Deshalb möchte ich nochmal darauf Aufmerksam machen, dass da irgendeine Lösung her muss. Das schaffen wir so nicht ohne im Zweifel gravierende finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen (durch Reduzierung unserer Arbeitszeit). Auch die verfügbaren staatlichen Leistungen (Lohnersatz wegen Kita- und Schulschließung) reichten von ihrer Laufzeit her (6 Wochen) nicht aus um die zu erwarteten benötigten Betreuungszeiten abzudecken. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass anders als beim Kurzarbeitergeld in seiner jetzigen Form die Leistungen auf 67% bzw. 2016€ begrenz sind.

Entegegen der Überlegungen im letzten Elternbreif würden außerdem auch 1-2 Tage Kinderbetreuung in der Woche schon sehr helfen – alles ist besser als nichts.

Es kann ja durchaus sein, dass die Pandiemie noch über einen Längeren Zeitraum besteht und da brauchen wir trotzdem eine Lösung für Alle. Ansonsten ist ein enormer Kollateraschaden nicht nur für die Familien sondern auch für unsere Arbeitgeber zu erwarten. Und wenn es überhaupt nicht mehr möglich ist Beruf und Familie in Einklang zu bringen werden auch wir irgendwann keine andere Lösung mehr haben als doch schlussendlich auf die Großeltern (70+, Risikogruppe) zurückzugreifen, deren Schutz ja ursprünglich für die ergriffenen Maßnahmen ist.

Vielen Dank und beste Grüße

xxxxxxx

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